Der Einfall Odoakers und die Absetzung des
machtlosen Kaisers Romulus Augustulus beendete 476 das weströmische
Reich, während das oströmische noch bis 1453 weiterbestand. Ostrom übte
jedoch noch weiterhin Einfluß auf Italien aus. So war es auch ein
byzantinischer Kaiser, der Theoderich und seine Ostgoten in Bewegung
setzte, um Odoaker zu besiegen und Italien zu erobern. Die Ostgoten
regierten unter Theoderich und seinen Nachfolgern
von 493 bis 553 in Italien. Ein starkes Gotenreich war aber auch nicht
im Sinne Byzanz. Kaiser Justinian unternahm seit 535 große
Anstrengungen die Goten zu unterwerfen, aber erst 553
gelang es, das Ostgotenreich zu besiegen. Die italienische Gothia
verschwand damit aus der Geschichte. Einem anderen germanischen Stamm
gelang es, sich dauerhafter in Italien zu etablieren:
Langobarden und Franken, 568 bis 814
Wieder machten sich Verbündete Ostroms selbstständig: 568 eroberten die
Langobarden Italien und drängten die Byzantiner zurück, denen nur noch
die Gebiete um Ravenna, Rom und Süditalien verblieben. Verbindungen
zwischen dem Papsttum und dem Frankenreich unter Pippin läuteten das
Ende
des langobardischen Reiches (Hauptstadt Pavia) ein. Pippin stärkte das
Papsttum im Vertrag von Quierzy 754, der zur Gründung des
Kirchenstaates führte und die fränkischen Könige zu Schutzherren dieses
Gebietes machte, worauf sich später noch die ostfränkischen bzw.
deutschen Könige und Kaiser berufen würden. Pippins Sohn Karl (der
Große)
unterwarf die Langobarden 774 endgültig und machte sich selbst zu ihren
König, wobei die Hauptstadt Pavia erhalten blieb. Das Regnum Italicum
entstand und wurde von fränkischen Gefolgsleuten der Karolinger regiert
Vierteilung Italiens: Regnum Italicum im Norden, Kirchenstaat in
der Mitte, Byzanz und Araber im Süden, 814 bis 962
Als das Karolingerreich nach dem Tod Karls des Großen aufgeteilt wurde,
gelang es nur einem der Nachfolger im weitgehend autonomen Regnum
Italicum größere Bedeutung zu erlangen. Kaiser Ludwig II., Urenkel Karl
des Gr., erhielt 855 aus dem Reichsteil seines Vater Kaiser Lothar I.
das Königreich Italien und formell den fränkischen Kaisertitel. Er
starb 875 und die Nachfolgerkämpfe unter den Karolingern schwächten das
Regnum Italicum, während das Papsttum seinen Einfluß damit vergrößern
konnte.
Im Süden verloren die dort verbliebenen Byzantiner ab 872 Sizilien an
die Araber. Auch vom Emirat Bari 847 bis 871 ging eine große Gefahr
aus, bis dieses von Kaiser Ludwig II. vernichtend geschlagen wurde.
Durch die Neuorganisation ihrer Flotte gelang es Byzanz, sich in
Süditalien wieder zu etablieren und den Einfluß bis an den Kirchenstaat
heran auszudehnen.
Das Regnum Italicum wurde 899/900 von den Ungarn
heimgesucht, denen der
starke Mann im Regnum, Berengar I., nicht gewachsen war. Nach König
Hugo, 926 bis 946, und dem schwachen König Lothar, ließ sich Berengar
II. von Ivrea zum König von Italien krönen. Lothars junge Witwe
Adelheid heiratete jedoch 951 Otto I., der seitdem Ansprüche auf
das Regnum Italicum erhob und diese mit seiner Kaiserkrönung 962

besiegelte. Nach der Schutzherrschaft über das Papstum
erhoben die
Ottonen Ansprüche nicht nur auf das Regnum, sondern auf ganz Italien,
konnten diesen aber gegen Araber und Byzantiner nie durchsetzen.
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Ottonen
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Textquellen:
Lexikon des
Mittelalters, München: dtv, 2002.
Sellen: Geschichte 1 kurz & klar,
Donauwörth, 1994.
The timetables of history, New York, 1975.
Bildquellen:
Abb 1: Die Langobarden auf ihrem Marsch nach Italien aus: Périn, Forni:
So lebten sie zur Zeit der Völkerwanderung, Nürnberg: Tessloff, 1985.
Abb. 2: Karolingische Krieger aus: Encyclopédie Fleurus Junior: Moyen
Age,
Paris, 2003, S. 70.
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