Daten:
Konstantinopel, Hagia Sophia, 532-37, von
Anthemios von Tralles und Isidoros von Milet, Kuppel: Höhe 60 m,
Durchmesser 32 m; unten: Grundriss
Die große Staatskirche des oströmischen
Reiches
Justinian I. (527 - 565) war der erste oströmische
Kaiser, der nach dem Ende des weströmischen Reiches nicht nur an eine
Wiederherstellung des Imperium Romanum in der westlichen Hälfte
Europas, die den "Barbaren" anheimfiel, denken, sondern
dies auch praktisch umzusetzen konnte: Zwei der von Germanen
neugebildeten
Reiche (Wandalenreich in Nordafrika und Ostgotenreich in Italien)
wurden zurückerobert und die alte römische Provinz Baetica mit der
Hauptstadt Cordoba den Westgoten abgerungen. Aber Justian war in seinem
Selbstverständnis nicht nur ein römischer Kaiser, sondern auch ein
christlicher Herrscher, der seine Hauptstadt als Verbindung von Rom und
Jerusalem sah, als Zentrum von Macht und christlicher Religion. Und wie
Salamon in Jerusalem einen repräsentativen Tempel baute, so errichtete
Justinian I. eine Kirche, diese sollte ...
... als höchster sakraler Repräsentationsbau den
Glanz christlicher Religion und des von göttl. Weisheit geleiteten
Kaisertum verherrlichen und die unlösbare Verbindung von polit. und
geistiger Führung demonstrieren. Als große Staatskirche dient sie dem
ausgedehnten, prachtvollen Zeremoniell der Festgottesdienste.
Zitat dtv Atlas Baukunst 1., S. 63
So entstand die Hagia Sophia in nur fünf Jahren Bauzeit in
Konstantinopel und sollte für lange Zeit die herrlichste Kirche der
gesamten Christenheit bleiben.
Zusammenfassung und Steigerung des
christlichen Sakralbaus
Die Hagia Sophia vereint Tendenzen
der Basilika und des Zentralbaues, die eigentlich einander
ausschließen. Dieses Problem wird in Konstantinopel durch den
komplizierten Typ der Kuppelbasilika gelöst. Dafür ist die Hagia Sophia
das herausragendste Beispiel. Einen sehr knappen Zugang zur Architektur
des Baues bietet Herbert Kürth in seiner Baustilfibel an:
Der Zugang
führt durch einen von
Arkaden umgebenen Brunnenhof und eine Vorhalle. Von den Seitenschiffen
und ihren Emporen aus sahen die Gläubigen dem Gottesdienst im Hauptraum
zu, den eine riesige Kuppel überspannt, die von vier Hauptpfeilern
getragen wird. Sphärische Dreiecke leiten zum Kuppelfuß über, an dem
ein Kranz von 40 Fenstern Licht einläßt. Halbkuppeln anschließender
Nebenräume weiten den Raum längs. Die Hauptpfeiler sind mit den Wänden
verschmolzen, die durch Mosaiken aus farbigem Marmor ihre Schwere
völlig verlieren.
Raumgliederung, liturgische Funktionen und statisches System sind
untrennbar miteinander verbunden. Massives Mauerwerk scheint es in
dieser großen byzantinischen Kirche nicht zu geben. Stattdessen ist der
Zentralraum durch einen
Raummantel aus
Galerien, überwölbten Hallen, Bogengängen und Treppen umgeben. Dieser
Raummantel mit seinem komplizierten System ist Teil des Stützsystems
für die Zentralkuppel.
Grundriss
Inhalt:
- Abenteuerteil: Teil 1 , Teil 2 , Teil 3 , Teil 4 , Teil
5
- Geschichtsteil: Byzanz 1 , Byzanz 2 , Bari , Italien , Ottonen
- Kulturteil: Hagia
Sophia , Seefahrt , Rom , Magdeburg
- Startseite , Gesamtinhaltsverzeichnis
, Impressum , Links
, Die Ottonenzeit
Weblinks:
Hagia
Sophia - Weitere Informationen und Bilder
Bauanleitung
für ein Weltwunder
Quellen:
Archäologie in
Deuschland 4, 2004.
dtv Atlas Baukunst 1 : Allgemeiner Teil, Baugeschichte von
Mesopotamien bis Byzanz. Taf. u. Texte / . Von Werner Müller u. Gunther
Voge. - 11. Aufl. - München : Deutscher Taschenbuch Verlag, 1997.
- Mit 130 Farbtaf - (dtv Taschenbücher Bd ; 3020).
Kürth, Herbert: Baustilfibel : Bauwerke und Baustile von der Antike bis
zur Gegenwart / Herbert Kürth ; Aribert Kutschmar. Mit Zeichnungen von
Ruth und Rudolf Peschel. - 8. Aufl. - Berlin : Volk und Wissen, 1982. -
219 S.: Abb.
Bildquellen:
Bildquelle für Abb.:
Fournier le Ray, Anne-Laure: Das grosse Buch vom Christentum /
Anne-Laure Fournier le Ray. Ill.: Gaetan Evrard. Deutsche Bearb.
Angelika Nothwang. - Freiburg/Br. [u.a.] : Herder, 1999. - 128 S.:Il
EST: Encyclopédie du Christianisme <dt.>, bearb. v. bibinautika.
Bildquelle fürGrundriß:
Kürth, Herbert: Baustilfibel : Bauwerke und Baustile von der Antike bis
zur Gegenwart / Herbert Kürth ; Aribert Kutschmar. Mit Zeichnungen von
Ruth und Rudolf Peschel. - 8. Aufl. - Berlin : Volk und Wissen, 1982. -
219 S.: Abb., bearb. von bibinautika.
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