Dass wir auf einem sehr großen Schiff waren, das mächtig schaukelte,
merkten wir schon daran, dass Franziska sich des Öfteren übergab. Zum
Glück war auf jedem großen Schiff eine Menge Wechselkleidung vorhanden.
Unsere Herrin meinte, dass wir bald an der italienischen Küste anlegen
würden. Da wir wegen der arabischen Piraten, die bei Sizilien
operierten, nicht Rom direkt anfahren konnten, sollte Bari unser Ziel
sein. Dort würden wir in Bari im Haus eines Strategen für ein paar
Tage nächtigen, um dann nach Rom auf dem Landweg weiterzufahren.
Eigentlich verlief die
weitere Seefahrt recht ereignislos (abgesehen von ein paar Überfällen
der Seeräuber, sowie mehreren Kampeleien der Schiffsangestellten.)
Winter 971 : Ankunft in Bari
(Süditalien)
Als wir endlich in Bari ankamen,
waren wir müde, doch glücklich,
endlich wieder Land unter den Füßen zu haben. Die Stadt war prächtig
und
voller Farbe, besaß hohe und reich verzierte Häuser mit mächtigen
Kuppeln
und Rundbögen. Das Haus des Strategen war eines der schönsten der
Stadt. Unserer Herrin wurde ein sehr prächtiges Gemach zugewiesen, das
neben unseren Kammern lag. Auch bei unseren Zimmern war an Schmuck
nicht gespart worden. Zum Abendessen, das im Essensaal des Hausbades
des Strategen
stattfand, kamen mehrere, wichtige Personen der Stadt, um die Nichte
ihres Herrschers zu begrüßen. Es gab wundervolles Essen. Als Vorspeise
tischte man uns verschiedenste Salate und Gemüsesorten mit Oliven und
Bohnen auf. Als Hauptgericht gab es Geflügel mit Gemüse, sowie Käse und
Wein und zum Schluss noch Hasel und- Erdnüsse, Pistazien und Mandeln.
Wir hatten ein wundervolles Leben im Haus des Strategen und man tat uns
viel Ehre an. Dort feierten wir auch das Fest des Heiligen Nikolaus,
die Geburt des Herrn und das Erscheinen der Heiligen Magier.
Leider hieß es, dass wir im Frühjahr nach Rom aufbrechen mussten. Unser
Aufenthalt in Bari war ein schönes Erlebnis für uns drei. Am nächsten
Morgen waren wir ausgeruht und frisch für die Fortsetzung unserer
langen
Reise. Weiter ging es für uns zu Fuß und für unsere Herrin mit der
Sänfte. Es war sehr anstrengend und Franziska konnte schon nach einigen
Tagen Blasen aufweisen. Aber auch für uns war es nicht sonderlich toll
( lauft mal von Bari nach Rom!!! ). Wenigstens machten wir ab und zu
mal eine Pause. Auf dem Weg versuchten uns mehrmals Weglagerer zu
überfallen. Aber unsere Wache war aufmerksam.
Wir reisten auf der Via Appia-Traiana. Die Straße führte uns an der
Küste entlang."Wenigstens müssen wir nicht durch das Gebirge!", meinte
Elisabeth erschöpft. Das war wirklich ein Glück. Das einzige Gute war,
dass es eine wunderbare Landschaft war. Die Mitgift unserer Herrin war
sehr reichhaltig. "Da werden sich die Franken aber freuen !",

meinte
Franziska. "Wegen der Mitgift bestimmt, aber dass sie nicht in direkter
Linie vom Kaiser abstammt, sondern nur seine Nichte ist,
finden sie bestimmt nicht so toll.", sagte Rebekka. Mit uns reisten
mehrere Diener und Soldaten und Johannes Philagatos. Dieser
war ein sehr junger gutgebildeter Mann, der als Theophanus Lehrer
mitreiste. Er war in Bari zu uns gestoßen. Einmal, als Franziska wieder
mal fast zusammengebrochen war, rannte ein Diener zu uns und teilte uns
mit, dass Rom gesichtet worden sei.
Was in Rom geschah, erfahrt ihr im nächsten Teil des Abenteuers:
Hochzeit in Rom.
Inhalt:
- Abenteuerteil: Teil 1 , Teil 2 , Teil
3 , Teil 4 , Teil
5
- Geschichtsteil: Byzanz 1 , Byzanz 2 , Bari , Italien , Ottonen
- Kulturteil: Hagia Sophia , Seefahrt , Rom , Magdeburg
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Bildquelle:
Screenshot aus Theophanu : Die
mächtigste Frau des Abendlandes, Film aus der Reihe "Geschichte
Mitteldeutschlands" des MDR, produziert von Ottonia Media GmbH. Dort
auch die Rechte.
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