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Abenteuerteil: Aufbruch in Konstantinopel

In der Vorgeschichte wird erzählt, wie uns Dr. Seltsam ein altes Manuskript vorstellt, dort erzählt die Magd Rebekka:

971 : Schlechte Nachrichten für Theophanus Mägde

Es war noch zu Beginn des Herbstes, die Stadt erholte sich von der Sommerhitze, als unsere junge Herrin Theophanu uns zu sich rief und eine schlechte Nachricht offenbarte:
"Seid tapfer, meine lieben Mägde, ich komme eben vom Kaiser und er befahl mir nach Italien zu gehen."
Wir erschraken zutiefst, denn wir dachten, unsere junge Herrin wäre beim Kaiser des römischen Reiches in Ungnade gefallen und müßte nun ihr Dasein im Exil in den süditalienischen Provinzen fristen. Und wir mussten mit! Ich dachte, es könnte ja sein, dass sie einen süditalienischen Strategen (General) heiraten müsste. Dennoch, es wäre die Provinz, die Barbaren in nächster Nähe, ein schrecklicher Gedanke! Die Wahrheit war noch viel schrecklicher!
"Mir ist vom Kaiser großer Ehre angetan worden. Ich soll den König der Franken* zum Manne nehmen."
Das hieß, so erschraken wir Mägde: Wir alle sollten zu den Barbaren! Na toll!
"Wann beginnt die Reise?", fragte Ellisabeth.
"In fünf Tagen!", antwortete Theophanu. "Der Kaiser sagte mir, unser Schiff müsse vor dem Winter in den süditalienischen Provinzen sein. Wahrscheinlich werden wir den Winter in Tarent oder Bari verbringen, das hängt davon ab, wie weit das Schiff fahren kann."
So bald schon?, dachten ihre Mägde. "Dann müssen wir uns aber mit packen beeilen!", rief Franziska hektisch.
"Ja, genau und deshalb werdet ihr jetzt gleich damit anfangen meine Sachen zu packen!", sagte Theophanu in einem sehr herrischen Tonfall.  "Um meine Mitgift braucht  ihr Euch nicht zu kümmern, darum sorgt sich der  Palast."
Es war auch so genug zu tun. Eilig fingen wir damit an, die besten Gewänder unserer Herrin in die Kisten zu packen. Als ich aus dem Fenster sah, bemerkte ich,  dass die Nachricht von Theophanus Abreise sich auch auf dem ganzen Hof verbreitet hatte. Viele Menschen, adlige, aber auch das normale Volk, hatten sich in kleinen Grüppchen eingefunden und tuschelten aufgeregt miteinander.
Schnell schloss ich das Fenster wieder, da ich keine Lust hatte, mir irgendwelche Gerüchte über Theophanus Abreise anzuhören:
Franziska und Elisabeth waren gerade dabei, die anderen Habseligkeiten Theophanus einzupacken, als Theophanu mich ansprach:"Beauftrage den Koch, uns nahrhafte, gute Speisen für die Reise vorzubereiten. Ich möchte nicht auf die Vorräte der Seeleute angewiesen sein. Ach, am Besten nehmen wir den Koch auch gleich mit."
Schneller als wir es dachten, war alles auf dem Schiff verpackt und wir gingen an Bord. Ein Dromonkriegsschiff würde uns nach Italien bringen. Zwei weitere Kriegsschiffe würden uns zum Schutz vor arabischen Piraten begleiten. Nun konnten wir nur noch hoffen, dass wir in keinen Sturm geraten würden. Alles weitere erfahrt ihr in Seefahrt und Ankunft in Italien. Dort bitte weiter lesen.

* gemeint ist Otto I., den man am byzantinischen Hof nicht Kaiser nannte, da es nur einen römischen Kaiser, nämlich den in Konstantinopel geben konnte.

Inhalt:

Bildquelle:

Chronik des Skylitzes, Madrid, Nationalbibl.

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